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Amerikas Eisenbahnkönig und General Electric Gründer

 

Das heutige Hilgard-Zentrum und das daneben stehende alte Waisenhaus tragen den Namen eines der berühmtesten Bürger Zweibrückens.

Heinrich Gustav Hilgard war der am 10. April 1835 in Speyer geborene Sohn eines königstreuen und strengen Staatsanwaltes. Kurze Zeit nach seiner Geburt siedelte die Familie nach Zweibrücken um, wo der Vater seine berufliche Laufbahn fortsetzte.

Er besuchte das altsprachliche Gymnasium Bipontinum, welches der stetig auffallende Schüler 1849 wegen etlichen Balgereien und Streitigkeiten mit den Lehrern verlassen musste.

Ab dem Jahre 1850 besuchte er für den Rest seiner Schulzeit das Gymnasium in Speyer, von wo aus er 1852 mit erfolgreichem Abschluss nach München siedelte um dort am Polytechnikum und später an der Universität zu studieren.

Ein Jahr später geriet er mit seinem Vater in Streit woraufhin er mit geliehenem Geld nach Hamburg reiste, von wo aus er ohne Kenntnis der englischen Sprache nach Amerika auswanderte. Sein Schiff legte am 13. Oktober 1853 im New Yorker Hafen an, wo er auf sich ganz allein gestellt amerikanischen Boden betrat und seinen Namen in Henry Villard umänderte.

Sein erstes amerikanisches Geld verdiente er sich mit Gelegenheitsarbeiten als Schreibkraft, Bibliothekar Gehilfe, Hypothekenmakler und als Mitarbeiter verschiedener deutschsprachiger Zeitungen. Im darauffolgenden Jahr reiste er über Philadelphia, Cincinnati und Chicago nach Belleville zu seinem Onkel Theodor Hilgard der ihm berufliche Hilfestellung gab.

Er verbesserte in kürzester Zeit seine bereits erlangten Englischkenntnisse und begann sich mit Journalismus zu beschäftigen. In Chicago übernahm er 1856 den deutschen Zeitungsverlag „Das Volksblatt“, für den er sich im Amerikanischen Bürgerkrieg zwischen 1861 und 1865 als Kriegsberichterstatter betätigte. Nach Kriegsende heiratete er Fanny Garrison, deren Vater William Lloyd Garrison einer der bekanntesten Sklavereigegner war.

Von dieser Zeit an widmete sich Henry Villard dem Ausbau des US-amerikanischen Eisenbahnnetzes, wodurch er im Verlauf der Jahre Präsident mehrerer Bahngesellschaften wurde. Im Jahre 1883 war er maßgeblich an der Fertigstellung der 4400 Kilometer langen Northern Pacific Railroad beteiligt, deren Eröffnung von Tausenden Amerikanern gefeiert wurde. Unter anderem gehörte der bekannte Indianerhäuptling Sitting Bull mit seinem Stamm zu den Ehrengästen, die während der Feier verschiedene Kriegstänze vorführten.

Unter Kanonendonner schlug Henry Villard’s Sohn den Bolzen für den Ausbau des letzten Streckenabschnitts ein, welcher bereits kurze Zeit später fertiggestellt werden konnte.

Nach fast zwei Jahrzehnten in der Eisenbahnbranche erwirtschaftete er etliche Millionen US-Dollar mit denen er immer wieder verschiedene erfolgversprechende Projekte finanzierte.

Während dieser Zeit lernte er den erfolgreichen Erfinder Thomas Alva Edison kennen den er

anfänglich finanziell unterstützte und späterhin mit ihm als Geschäftspartner die bis heute existierende „General Electric Company“ gründete. Durch diese Unterstützung und Geschäftsgründung ermöglichte er Edison den Durchbruch in verschiedenen Fachbereichen der Elektrik, seine wohl bekannteste Entwicklung war die Glühlampe.

Seinem Firmenimperium, welches zur damaligen Zeit aus über 25.000 Arbeitskräften bestand, fügte er noch zwei der in Amerika führenden Zeitungsverlage hinzu, die New Yorker „Evening Post“ und „The Nation“.

Gesundheitlich angeschlagen, zog er sich im Jahre 1893 aus allen Geschäften zurück und verbrachte seinen Lebensabend, bis er am 12. November 1900 verstarb, auf seinem herrschaftlichen Landsitz in Dobbs Ferry, im Staat New York.

Während eines Heimaturlaubes im Jahre 1894 besuchte er seine Geburtsstadt Speyer sowie die Stadt Zweibrücken, wo er seine Kind- und Jugendzeit, die er als die schönste Zeit seines Lebens ansah, verbrachte. In beiden Städten wurde Villard zum Ehrenbürger ernannt, aus Dankbarkeit für diese ehrenvolle Würdigung finanzierte er beiden Städten verschiedene Bauprojekte. In Zweibrücken ließ er das nach seinem frühverstorbenen Sohn benannte Waisenhaus und ein Arbeiterwohnhaus errichten, sein altes Gymnasium und der Diakonissenverein wurden mit großzügigen Stipendien beschenkt. Dem damaligen Oberbürgermeister Maercker überreichte er eine Spende, die in Form einer Stiftung jährlich die Zinserträge an in Not geratene Bürger auszahlen sollte.

 

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Heinrich Gustav Hilgard

 

Waisenhaus

Das ehemalige Waisenhaus 1915

 

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Diese Dampflok befuhr als erste die Strecke zwischen der Ost- und Westküste

Amerikas. Heinrich Hilgard ist im Führerstand der Lok erkennbar, anschließend

fand die im Beitrag erwähnte Feier statt.

 

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Karte der Northern Pacific Bahnstrecke

 

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