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Der Erfinder von Bodeneffektfahrzeugen

Diplom Ingenieur Günther Willi Jörg *9.3.1927 in Zweibrücken, † 24. November 2010 in Reinheim / Hessen Wissenschaftler, Forscher und Entwickler.

Jörg widmete sein Leben der Erforschung des Bodeneffektes und der Entwicklung und Konstruktion von Bodeneffektfahrzeugen nach dem Stauflügelprinzip. Ein Bodeneffektfahrzeug ist ein Fluggerät, das in geringster Höhe über ebene Oberflächen, meist Wasser, fliegt (ähnlich wie Luftkissen / Hovercraft-Boote).

Im Alter von zwei Jahren zog er mit seinen Eltern um nach Berlin, anschließend nach Österreich (Linz & Graz). Nach seinem Ingenieurstudium in München zog er 1953 gemeinsam mit seiner Frau Irene Jörg, geborene Ehrgott zurück in seine Geburtsstadt Zweibrücken, wo er bei der Firma Dingler eine Anstellung als Ingenieur fand. Sie lebten in der Maxstraße 8 (heutiges Jugendzentrum), 1956 wurde ihre Tochter Ingrid geboren.

1959 zog er mit seiner Familie zurück nach München und begann dort seine Laufbahn in der Luftfahrtindustrie. Als Entwicklungsingenieur bei dem Firmenverbund Messerschmitt, Bölkow und Heinkel im Münchener Entwicklungsring Süd war er bei der Entwicklung mehrerer Senkrechtstarter Prototypen beteiligt.

Nach dem Wechsel zu den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW) von Fokker in Speyer am Rhein war er zunächst als Assistent in der damaligen Werksleitung tätig und übernahm anschließend die Leitung des Flughafens in Speyer / Hockenheim. Während dieser Zeit begann Jörg mit der Erforschung des Bodeneffektes.

Bei VFW Fokker kam er mit anderen Forschern des Bodeneffektes in Kontakt, mit denen er die Bodeneffektforschung vorantrieb, wodurch über Jahre verschiedene Bodeneffektfahrzeugtypen entstanden.

1963 entwickelte er sein eigenes Bodeneffektfahrzeug nach dem Stauflügelprinzip, das Tandem Airfoil Flairboote (TAF). Dieses neuentwickelte Boot war schneller und ein wirtschaftlicheres Transportsystem auf dem Wasserwege wie die zuvor entstandenen Fahrzeugtypen. Anschließend baute er noch 16 weitere kleinere und größere Fahrzeuge die alle bei verschiedenen Seeverhältnissen und in nahezu allen Klimazonen der Welt erfolgreich getestet wurden. 1974 wurden seine "Tandem Airfoil Systeme" durch das Deutsche Verkehrsministerium als Motorboot klassifiziert.

Günther Willi Jörg wurde mit dem höchstdotierten privaten Wissenschaftspreis Deutschlands ausgezeichnet, im Jahre 1984 erhielt er den „Philip Morris Forschungspreis“ für das neueste Transportsystem des 21. Jahrhunderts.

Das von ihm in Gross-Bieberau / Hessen gegründete Unternehmen (Firma Botec) wird heute von seiner Tochter Ingrid Schellhaas (Bild 3) weitergeführt.

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