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Vom Koch zum Wohltäter der Menschheit 

Nicolas Appert, geboren am 17. November 1749 in Châlons-en-Champagne/Frankreich, war der Sohn eines Weinhändlers und Gastwirts. Er absolvierte eine Ausbildung zum Koch, anschließend ließ er sich zum Meisterkoch weiterbilden. 

1772 bekam er eine Anstellung als Küchenchef und Mundkoch von Herzog Christian IV von Zweibrücken, bis dieser 1775 verstarb. Da er sich in der herzoglichen Küche einen sehr guten Ruf erarbeitet hatte, erhielt er umgehend eine Anstellung als Chef de Cuisine (Küchenchef) der Gräfin von Forbach bei Saarbrücken. Nach dem Tod seines Vaters kehrte er nach Frankreich zurück und gründete 1784 eine Confiserie in Paris. 

Seit seiner Zeit, die er in Zweibrücken wirkte, beschäftigte er sich intensiv mit dem Thema leichtverderbliche Lebensmittel haltbar zu machen. Der Anlass dazu war die lange Anreise nach Zweibrücken von seinen Urlaubsaufenthalten in seiner Heimatstadt. Er versuchte immer wieder französische Leckerbissen für den Herzog Christian mitzubringen, die allerdings bei der Ankunft in Zweibrücken verdorben waren! 1796 verkaufte Appert die Confiserie und erwarb im Pariser Stadtteil Massy ein Landgut, auf dem er eine Versuchsküche einrichten ließ. Mit mehreren Hilfskräften, die er zum assistieren einstellte, gelang ihm acht Jahre später leichtverderbliche Lebensmittel, die in Gläser gefüllt wurden durch Erhitzen (100°C) und blitzschnellem verschließen des Behälters haltbar zu machen. Die weltweit erste Lebensmittelkonserve war nach vielen vorherigen Experimenten erfunden! 1804 gründete er die weltweit erste Konservenfabrik und begann seine Glasbehälter in Massenproduktion herzustellen. Sechs Jahre später wurde er vom französischen Innenminister für seine Erfindung ausgezeichnet. Dazu erhielt er 12.000 Francs, die er zur Weiterentwicklung seiner Konserve einsetzen musste. Eine weitere Auflage war, seine Methode in einem Buch zu veröffentlichen. Daraufhin verfasste Appert sein epochales Werk „Livre de tous les ménages ou l'Art de Conserver". Er experimentierte mit verschiedenen Werkstoffen weiter, bis er 1812 bei einer Englandreise verlötete Weißblechdosen kennenlernte, die er zur perfekten Lebensmittelkonservendose weiterentwickelte und in seiner Fabrik produzierte. Diese Konservierungsmethode wurde schnell Global bekannt, was zur Folge hatte das kurz danach in Frankreich und in vielen weiteren Ländern Produktionsstätten für Konservendosen errichtet wurden. Da ihn die Entwicklungsphase über die Jahre sehr viel Geld kostete und die 12.000 Francs bereits in den ersten Monaten nach der Auszahlung aufgebraucht waren, bekam Appert große finanzielle Probleme. Durch die weltweite Massenproduktion von Konservendosen verlor er viele Kunden. Um die Verschuldung nicht weiter anwachsen zu lassen, musste er seinen Betrieb schließen. Nach mehreren Bittschriften an die Regierung gewährte man ihm eine kleine Alterspension, die kaum zum Überleben ausreichte! Er musste bis zu seinem Lebensende immer wieder mit seinen Habseligkeiten zum Pfandleiher gehen, um sein Überleben zu sichern! Appert bekam den Ehrentitel „Wohltäter der Menschheit“ verliehen, am 1. Juni 1841 starb er mit zweiundneunzig Jahren als bettelarmer Mann! 

Einzig die Idee dem Zweibrücker Herzog Christian IV genießbare Lebensmittel aus Frankreich mitzubringen, veranlasste diesen Mann sich den Rest seines Lebens mit Konservierungsexperimenten zu beschäftigen. Seine damals geleistete Forschung und Arbeit bis zum perfekten Endprodukt zählt zu den wichtigsten Erfindungen der Menschheit. Ohne zu konservieren, hätten wir es heute nicht so einfach!!! 

 

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